Gütesiegel gegen Schmerzen

Als erstes Schwerpunktkrankenhaus in Rheinland-Pfalz erhielt das Katholische Klinikum Koblenz das Zertifikat „Qualifizierte Schmerztherapie“. Damit bescheinigt die Certkom, eine Gesellschaft mit dem Ziel der Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Schmerztherapie und Palliativmedizin, an der medizinische und pflegerische Fachverbände beteiligt sind, dem Klinikum eine erfolgreiche und effiziente Schmerztherapie. Im Katholischen Klinikum wurde in den letzten Jahren ein Schmerzdienst eingerichtet. Hier arbeiten weitergebildetes Pflegepersonal und Ärzte im Team zum Wohle der Patienten.
 
Das Katholische Klinikum Koblenz hat sich unter der Leitung von Prof. Malte Silomon, Chefarzt Anästhesie/Intensivmedizin, im Brüderhaus und im Marienhof ausgiebig mit dem Thema Schmerztherapie auseinandergesetzt. In interdisziplinären Arbeitsgruppen wurden bestehende Standards überarbeitet und vereinheitlicht. Diese Maßnahmen greifen, denn in den im Rahmen der Zertifizierung durchgeführten Befragungen bescheinigten die Patienten eine gute Schmerztherapie. Laut einer Studie haben 40 Prozent der Patienten in deutschen Krankenhäusern nach einem Eingriff starke Schmerzen. Nicht so im Katholischen Klinikum: „Durch standardisierte Abläufe ist es uns gelungen, die Schmerzen nach einer Operation deutlich zu reduzieren. Ganz vermeiden kann man die Schmerzen nicht“, so Prof. Silomon. Wenn möglich werden intraoperativ Schmerzkatheter eingesetzt, die das Schmerzmittel  nach der Operation direkt an die schmerzleitenden Nerven abgeben . Wenn das nicht möglich ist, werden die Patienten mit Tabletten oder Infusionen behandelt.
 
Die Schmerzintensität wird mindestens zwei Mal am Tag kontrolliert und dokumentiert. Da das Schmerzempfinden und die Reaktion auf ein Medikament von Patient zu Patient unterschiedlich ist, legt der Patient den Grad seines Leidens auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 fest. Dies ist Voraussetzung für eine individuell angepasste Schmerztherapie. „Bei uns muss niemand seine Schmerzen tapfer ertragen. Da wir zum Thema Schmerz schon am Aufnahmetag informieren und postoperativ regelmäßig nach Schmerzen fragen, können wir Ängste abbauen“, beschreibt Katja Himpler, pflegerische Leitung des Schmerzdienstes. Schriftlich festgelegte Pläne regeln verbindlich, wann der Arzt hinzugezogen werden muss und wann das Pflegepersonal selbstständig etwas gegen die Schmerzen tun kann. So geht keine wertvolle Zeit verloren und Einzeldosen der Schmerzmittel können häufig niedriger ausfallen, da sie umso effektiver wirken, je schneller die Therapie greift.
 

 Certcom

Prof. Dr. Zenz und Prof. Dr. Malte Silomon
Prof. Dr. Michael Zenz überreicht  Prof. Dr. Malte Silomon das Certcom Zertifikat.
Prof. Dr. Malte Silomon und Katja Himpler
Prof. Dr. Malte Silomon und Katja Himpler, Leiterin des Schmerzdienstes 
Schmerzflyer