Die Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener trifft sich am Katholischen Klinikum am 28.10.09 um 19.00 Uhr im Brüderhaus.
Dr. Hans-Hermann Görge, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie des Stiftungsklinikums Mittelrhein Koblenz, wird über das Krankheitsbild der Subarachnoidalblutung (SAB) berichten.
Etwa 10.000 Menschen erkranken pro Jahr an dieser speziellen Form des Schlaganfalles. In den meisten Fällen ist eine Missbildung Ursache dieser Blutung. Bei ungefähr 25 Prozent der Patienten treten im Vorfeld Warnblutungen auf, die betroffenen Patienten berichten dabei üblicherweise von plötzlich auftretenden, äußerst starken Kopfschmerzen („wie noch nie“), die nach kurzer Zeit in einen andauernden Kopf- oder Nackenschmerz mit begleitender Nackensteifigkeit übergehen können, der dann oft nicht mehr als bedrohlich empfunden wird. Das Problem dieser Warnblutungen besteht in erster Linie im richtigen Erkennen, denn die Beschwerden können als Migräne, außerordentliche psychische Belastung oder gar als Wirbelsäulenschmerz gedeutet und damit auch falsch behandelt werden. Innerhalb von Tagen folgt oft eine deutlich schwerere Blutung.
Frühzeitig und richtig erkannt, könnte in vielen Fällen den Patienten rechtzeitig und effizienter geholfen werden. Aufgrund der Schwere des Krankheitsbildes und der oft gravierenden Folgeschäden sind nämlich eine unverzügliche intensivmedizinische Überwachung und die operative oder kathetergestützte Beseitigung der Blutungsquelle von großer Bedeutung.
Weitere Informationen zur Selbsthilfegruppe erteilt der 1. Vorsitzende, Herr Schütz, unter der Telefonnummer 0261/22178.
Jedes Jahr erleiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zirka 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall, 5,5 Millionen sterben an den Folgen. Die Krankheit ist weltweit eine der wichtigsten Ursachen für ein Leben mit Behinderung und Pflegebedürftigkeit. In Deutschland gibt es jährlich zirka 200.000 Neuerkrankungen, außerdem müssen noch einmal rund 15.000 Folgeschlaganfälle innerhalb des ersten Jahres hinzugerechnet werden. Im Schnitt kommen auf 100.000 Einwohner 182 Schlaganfälle. Rund 40 Prozent der Betroffenen überleben das erste Jahr nach dem Schlaganfall nicht. Von den Überlebenden sind fast zwei Drittel pflegebedürftig und auf fremde Hilfe angewiesen. Etwa 15 Prozent dieser Patienten müssen am Ende des ersten Jahres in Pflegeeinrichtungen versorgt werden.
Neue Methoden zur raschen und exakten Erkennung eines Schlaganfalls haben daher eine große Bedeutung, zumal inzwischen hochwirksame Behandlungsmöglichkeiten für die Akutphase zur Verfügung stehen.