Gemeinsame Wurzeln

Die Fusion der beiden traditionellen Koblenzer Krankenhäuser Marienhof und Brüderkrankenhaus St. Josef ist nicht nur wegen der schwierigen Situation in der modernen Krankenhauslandschaft sinnvoll, sondern steht auch ganz in der Tradition der gemeinsamen Entstehungsgeschichte der beiden Ordensgemeinschaften.
Pfarrer de Lorenzi

Die großen sozialen Probleme in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zu einer sozialen Reformbewegung, die als rheinische Caritasbewegung bekannt wurde. Ihre bekanntesten Protagonisten waren Josef Görres und Clemens Brentano. Für die Stadt Koblenz spielten zwei andere Personen eine wichtigere Rolle: Hermann-Josef Dietz und Pfarrer Philip de Lorenzi.

Der Fabrikant, Stadtrat und Laienapostel Dietz war stark engagiert für notleidende Arme. Er machte de Lorenzi, damals Pfarrer in Liebfrauen, ausdrücklich auf den Gründer der Barmherzigen Brüder, Peter Friedhofen aufmerksam. Dietz kannte Peter Friedhofen, da er zu den ersten Patienten der Barmherzigen Brüder gehört hatte. Pfarrer de Lorenzi wurde in der Folgezeit zu einem väterlichen und nimmermüden Berater von Friedhofen und seiner jungen Ordensgemeinschaft.

Angeregt durch das Beispiel der Genossenschaft der Barmherzigen Brüder wandten sich im Jahr 1857 vier junge Frauen an de Lorenzi mit der Bitte um Unterstützung bei der Gründung einer neuen Schwesterngemeinschaft. Nach der Genehmigung durch Bischof Arnoldi begann im Juni 1857 für die vier Gründungsmitglieder das gemeinsame Leben in einer bescheidenen Unterkunft. Zu ihren sozialen Aufgaben gehörten die Krankenpflege und der Schuldienst.

Die ersten Jahre des neuen Ordens waren allerdings nicht vom Glück begünstigt. Schwester Irmina, die 1858 zur ersten Oberin bestimmt worden war, und ihre drei Mitschwestern mußten ihrer harten Arbeit Tribut zollen. Schon zwei Jahre nach der Einkleidung lebten drei der Gründungsmitglieder nicht mehr. Eine Schwester hatte die Gemeinschaft verlassen. Aber ihr gemeinsamer Gedanke des Helfens und des Miteinanders war auf fruchtbaren Boden gefallen, so dass sich die Genossenschaft der Schwestern vom Heiligen Geist in den folgenden Jahren zu einer wichtigen Institution im sozialen Leben der Stadt Koblenz entwickeln konnte.

Im Generalkapitel 1897 wurde beschlossen, statt der bisherigen Satzungen die entsprechenden Regeln der Barmherzigen Brüder zu übernehmen. Nach sechsjähriger Probezeit wurden sie 1906 endgültig angenommen und in einer überarbeiteten Fassung 1910 päpstlich bestätigt.

Die gemeinsamen Wurzeln der Genossenschaft der Schwestern vom Heiligen Geist und der Barmherzigen Brüder sind nach der Meinung aller Beteiligten eine gute Basis für eine erfolgreiche Fusion der beiden katholischen Krankenhäuser zur Katholisches Klinikum Marienhof/St. Josef gGmbH.

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